Betsson CasinoOnline Casinos gehören nach wie vor zu den am stärksten wachsenden Bereichen im Glücksspiel, allerdings sorgt der zunehmende Regulierungsdruck in vielen Ländern bei einigen Anbietern für deutlich geringeres Wachstum. Für den schwedischen Buchmacher Betsson AB bereitete vor allem das namensgleiche Betsson Casino im zweiten Quartal ein wenig Sorge. Hier ging der Umsatz so stark zurück, dass selbst das sehr gut laufende Geschäft mit den Sportwetten den Rückgang nicht auffangen konnte.

Das Betsson Casino als Herz des Unternehmens schwächelt im zweiten Quartal

Auch wenn viele Kunden mit dem Namen Betsson immer noch vor allem Sportwetten assoziieren, haben Spielautomaten und Live Casino schon längst bei den Schweden den mit Abstand größten Stellenwert. Fast dreimal so hoch liegt der Umsatz, der hiermit generiert wird und so verwundert es wenig, dass sich ein Umsatzrückgang in diesem Bereich besonders negativ auf die gesamte Bilanz niederschlägt. Im zweiten Quartal dieses Jahres ist genau das eingetreten und das Betsson Casino musste aus diversen Gründen kräftig Federn lassen. Für den gesamten Konzern bedeutete dies in den Monaten zwischen Anfang April und Ende Juni einen Rückgang beim Umsatz in Höhe von -5 Prozent. Konnten die Schweden im Vergleichszeitraum in 2018 noch 1,349 Milliarden SEK umsetzen, gelangen in diesem zweiten Quartal nur noch insgesamt 1,278 Milliarden SEK. Der kleine Einbruch wirkte sich ebenfalls negativ auf die weiteren wichtigen Finanzkennzahlen aus, die zum Teil sogar noch heftiger nach unter rauschten. So sank das EBITDA in den letzten drei Monaten von ehemals rund 380 Millionen SEK auf nur 287 Millionen SEK, was einem enormen Rückgang von gleich -24 Prozent bedeutete. Nicht viel besser lief es zudem beim Gewinn nach Steuern. Hier ging es sogar um -37 Prozent von vormals 271 Millionen SEK auf nur noch jetzt 172 Millionen SEK kräftig bergab.

Das schlechte zweite Quartal für das Betsson Casino verhagelte ebenso die Zahlen für das gesamte erste Halbjahr, obwohl die erste drei Monate in allen Bereichen noch deutlich besser für den Konzern liefen. Durch den Rückgang konnte Betsson AB für das erste Halbjahr nur noch einen Umsatzanstieg in Höhe von rund 2 Prozent von vormals 2,556 Milliarden SEK auf jetzt 2,608 Milliarden SEK vermelden. Dies war jedoch so gut wie die einzige, wirklich positive Nachricht an den vorgestellten Bilanzzahlen. Denn auf der Basis der ersten 6 Monate zog das schlechte Ergebnis des Betsson Casinos im zweiten Quartal auch das so wichtige EBITDA ins Minus. Hier ging es von ehemals 662 Millionen SEK in 2018 auf jetzt nur 633 Millionen SEK um gleich -4 Prozent nach unten. Beim Gewinn nach Steuern fiel der Wert gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr sogar noch heftiger nach unten. Standen hier zuvor noch rund 459 Millionen SEK als Gewinn nach Steuern in den Büchern, konnte Betsson AB in diesem ersten Halbjahr nur noch insgesamt rund 401 Millionen SEK verdienen. Dies entsprach einem Rückgang von rund -13 Prozent.

Bei den Kundenzahlen gab es für Betsson AB im zweiten Quartal sowohl Licht wie auch Schatten. Zum einen konnte die Anzahl der registrierten Kunden gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr von ehemals 13,5 auf jetzt 14,6 Millionen deutlich gesteigert werden. Allerdings wirkte sich der Anstieg kaum auf die von den Spielern getätigten Einlagen aus. Hier stagnierte der Wert förmlich und sank nur geringfügig von vormals 4,665 Milliarden SEK auf nun 4,662 Milliarden SEK. Warum es Betsson AB nicht gelang, trotz mehr registrierter Kunden die Einlagen zu steigern, zeigte sich beim dritten Wert zu den Kundenzahlen. Denn die Anzahl an aktiven Spielern, die im zweiten Quartal wenigstens einmal eingezahlt haben, sank merklich um -5 Prozent ab. Waren es zuvor noch im Vergleichszeitraum in 2018 insgesamt 692.431 Kunden, so sank deren Zahl nun auf 658.957.

Schweden, Norwegen und die Niederlande sorgen im Betsson Casino für Probleme

Auch wenn die Wurzeln von Betsson AB im Geschäft als Buchmacher liegen, ist es mittlerweile das Betsson Casino und weitere virtuelle Spielhallen, die den Hauptumsatz des Konzerns generieren. Allerdings hatten diese im zweiten Quartal mit recht massiven Rückgängen in der Gunst der Kunden zu kämpfen. So sank der Umsatz dieser Sparte von vormals 1,017 Milliarden SEK auf nur noch 0,918 Milliarden SEK, was einem Absturz von gewaltigen -10 Prozent bedeutete. Dieses negative Ergebnis konnten auch die gut laufenden Sportwetten nicht mehr vollständig kompensieren, die immerhin um starke 14 Prozent zulegen konnten und dies sogar gegenüber dem Vorjahr mit der Fußballweltmeisterschaft im Rücken. Während Betsson AB 2018 noch einen Umsatz von rund 300 Millionen SEK in diesem Bereich vorweisen konnte, waren es dieses Mal bereits starke 341 Millionen SEK.

Schuld an der Misere des Betsson Casinos waren vor allem drei wichtige Märkte, nämlich Schweden, Norwegen und die Niederlande, die alle drei in ganz unterschiedlicher Art und Weise für Probleme sorgten. Im heimischen Schweden wurde mit dem 1. April der gesamte Glücksspielmarkt neu reguliert und dabei vor allem Angebote zum Casino Bonus extrem streng reglementiert. Dies hatte deutlich negative Auswirkungen. Zudem belastete hier noch eine saftige Strafe in Höhe von 19 Millionen SEK gegen Nordicbet, eine Tochter von Betsson AB, das Ergebnis. In Norwegen wiederum geht die dortige Aufsichtsbehörde zunehmend restriktiver gegen unerlaubte Anbieter vor und verhängte in den letzten Monaten zahlreiche Zahlungsblockaden gegen Kreditinstitute, Banken und Internetzahlungsdienstleister. Dies erschwert immer stärker das Ein- und Auszahlen zwischen Kunden und Online Casinos im Land. Zu guter Letzt wirkte sich ebenso noch negativ die Niederlande für die Betsson Casinos aus. Wie die Glücksspielaufsichtsbehörde des Landes bereits in der Vergangenheit mitteilte, will der Staat sämtliche Betreiber bei der kommenden Regulierung mehr oder weniger mit einer Auszeit bestrafen, die zuvor aktiv niederländische Spieler beworben haben. Unternehmen sollen erst dann eine der neue Online Casino Lizenzen erhalten, wenn sie zuvor über einen gewissen Zeitraum keine Bürger des Landes als Kunden beworben haben. Aufgrund dessen hat Betsson AB bereits angefangen, seine Aktivitäten in den Niederlanden deutlich herunterzufahren, um möglichst beim Startschuss der Regulierung gleich mit dabei sein zu können.

Bei einem genaueren Blick in die Quartalszahlen zeigte sich, dass das Betsson Casino und andere virtuelle Spielhallen des Konzerns vor allem in den bereits etablierten Glücksspielmärkten Federn lassen mussten. So sanken beispielsweise die Umsätze aus Spielautomaten und Live Casino in Skandinavien von 471,3 Millionen SEK aus dem Vergleichszeitraum in 2018 auf nun nur noch 374,3 Millionen SEK. In Westeuropa ein ähnliches Bild, auch hier ging es kräftig bergab und anstatt 385,8 Millionen SEK konnte Betsson AB in den letzten drei Monaten nur noch 349,4 Millionen SEK umsetzen. Einzig und allein in Zentral-, Süd- und Osteuropa konnte der schwedische Konzern mit seinen Betsson Casino zulegen. Hier ging es von vormals 132 Millionen SEK auf jetzt immerhin 168,8 Millionen SEK nach oben.

Nachdem die erste drei Monate dieses Jahres noch zufriedenstellend liefen, bekam vor allem das Betsson Casino des schwedischen Betreibers Betsson AB Probleme.