Seit nun 50 Jahren rollt die Kugel in den Casinos der österreichischen CASAG oder werden kräftig die Karten geklopft und so lässt es sich das Unternehmen natürlich nicht nehmen, diesen Umstand kräftig zu feiern. Dabei wird von Meilensteinen, einer positiven Entwicklung und gesellschaftlichem, großem Engagement schwadroniert, die den Konzern über die letzten 50 Jahre zum milliardenschweren Glücksspielunternehmen gemacht haben. Was nur völlig fehlt, in der ganzen, eigenen Beweihräucherung, ist der Hinweis auf das eigenen Casinomonopol in der Alpenrepublik, ohne dessen die CASAG wohl heute kaum das wäre was sie ist.
Ein Erfolgsgeschichte ohne Konkurrenz
Nach der kurzen Einleitung in der Pressmitteilung der CASAG, beginnt der Text von einer wahren Erfolgsgeschichte zu fabulieren, die die Casinos Austria über die letzten 50 Jahre seit der Gründung vorzuweisen haben. Doch wird mit keinem einzigen Wort erwähnt, das dieser so immense Erfolg vor allem einem wichtigen Grund geschuldet ist, dem absoluten Monopol bei Spielbanken und Online Casinos. Immerhin darf die CASAG, österreichischem Glücksspielgesetz sei Dank, gleich 12 Casinos in der Alpenrepublik betreiben, ohne das ein einziger Konkurrent hier auch nur ansatzweise Marktanteile abknappen könnte. Bei den Online Casinos der gleiche Umstand. Auch hier besitzen die Casinos Austria laut dem österreichischen Glücksspielgesetz die alleinige Lizenz zum Betrieb eines Online Casinos. Und so ist der Umstand mit Win2day erfolgreich an einem Markt zu agieren, der keine anderen, nach österreichischem Recht legale Online Casinos kennt, nun wahrlich kein Ruhmesblatt. Doch ist sich hier die CASAG nicht zu fein, die Erfolge, aufgrund des eigenen Monopols, als besonders erwähnenswerte Leistung zu verkaufen.
In der Pressemitteilung der CASAG heißt es vollmundig: „Bereits 1998 wagte man als einer der ersten Glücksspielanbieter weltweit den Schritt ins Online-Spielangebot und hat heute mit der Tochtergesellschaft win2day eine der erfolgreichsten Online-Spielseiten, die von Casino Spielen über Lotterie Spiele und Sportwetten ein Komplettportfolio liefert.“ Hier beliebt die Frage offen, wie gut Win2day tatsächlich bei den Kunden abschneiden würde, wenn andere Online Casinos ihm Konkurrenz machen dürften?
Wie gut tatsächlich die CASAG wirtschaftet, wenn sie sich den wirklich einmal der Konkurrenz stellen muss, zeigte sich in der Vergangenheit bei ihrer Tochtergesellschaft der Casinos Austria International. Denn anders als im heimischen, gut beschützten österreichischen Glücksspielmarkt, rangeln im Ausland ebenfalls andere Betreiber um Marktanteile. Und hier zeigte sich recht schnell, dass bei der CAI im globalen Geschäft wohl doch nicht alles Gold ist was glänzt. Denn über viele Jahr blähte sich dieser Bereich mit den ausländischen Casinos derart auf, dass jedes Jahr zum Teil zweistellige Millionen an Euro Verlust eingefahren wurden. Beispielsweise belief sich allein der Verlust im Geschäftsjahr 2011 auf riesige 54 Millionen Euro, nachdem bereits ein Jahr zuvor rund 35 Millionen Euro bei der CAI versenkt wurden. Aufgefangen wurde all dies nur durch die immensen Einnahmen aus dem quasi ebenfalls monopolisierten Lottogeschäft durch die Österreichischen Lotterien, die ebenso zu den Casinos Austria gehören. Gegen die Konkurrenz im Ausland konnte die CASAG erst dann wieder bestehen, als sie anfing den eigenen Bereich der Auslandscasinos gnadenlos auszudünnen. Von vormals mehr als 50 Spielbanken, betreibt die CAI heute nur noch 27 Casinos und schaffte es nur durch den eigenen Kahlschlag nach unzähligen Jahren endlich den Sprung aus den Roten Zahlen zu vollziehen. Hier nun aufgrund von mangelnder Konkurrenz von großen Erfolgen zu sprechen, ist schon ein wenig Augenwischerei, denn im echten Wettbewerb konnte das Unternehmen bisher kaum überzeugen.
Extra zur Feier von 50 Jahren Unternehmensgeschichte, ließ es sich die CASAG natürlich nicht nehmen, alles haarklein aufzuführen, was bisher für den österreichischen Staat geleistet wurde. So zahlte der Konzern in all den Jahren bisher 15,35 Milliarden Euro an Steuern, bereitete 94 Millionen Besuchern mal Freude und manchmal auch Frust und überwies insgesamt 1,5 Milliarden Euro an den Sport. All dies sind unbestritten Leistungen, die der Allgemeinheit zu Gute kommen. Doch all dies würde ebenso von privaten Konkurrenten erbracht werden und vielleicht sogar noch mehr, sofern es einen regulierten Glücksspielmarkt in Österreich gebe, ohne das leidige Monopol der CASAG.





























