
Nun trifft das mangelnde Interesse an Poker auch Pokerstars und den Mutterkonzern The Stars Group. In Malta verlieren zahlreiche Mitarbeiter ihre Stellen.
Der weltweite Rückgang beim Interesse am Poker macht auch vor dem Branchenprimus Pokerstars nicht halt. Während das Pokerstars Casino mit Spielautomaten und Live Casino sowie der Bereich der Sportwetten wie der Gesamtmarkt weiter kräftiges Wachstum verzeichnen, schwächelt das ehemalige Kerngeschäft mit dem Kartenspiel immer deutlicher. Diese negative Entwicklung, die sich immer deutlicher in der Bilanz des 2. Quartals manifestierte, bleibt nicht ohne Folgen, vor allem für die Mitarbeiter. Nachdem der Besitzer von Pokerstars, The Stars Group vor kurzem einen Stellenabbau auf der Isel of Man verkündete, gab es nun eine weitere Hiobsbotschaft für die Beschäftigten in Malta.
Mehr als 50 Mitarbeiter verlieren in Malta ihren Job bei Pokerstars
Seit einigen Jahren befindet sich der weltweite Pokermarkt in einer Krise. Fast jeder Betreiber hat mit immer stärkerem Desinteresse der Kundschaft am berühmten Kartenspiel und damit auch mit immer weiter sinkenden Umsätzen zu kämpfen. Für den kanadischen Glücksspielkonzern The Stars Group ist diese Entwicklung besonders negativ, da Poker für die beiden Hauptmarken Pokerstars und Full Tilt Poker das Kerngeschäft darstellt. Lange Zeit hat der Konzern versucht, mit Marketing und mit seinen weltweiten Turnieren gegenzusteuern, doch scheint nun der Zeitpunkt erreicht zu sein, bei dem die Reduzierung der Kosten notwendig ist. Wie jetzt bekannt wurde, wird The Stars Group in Malta mindestens 50 der geschätzten rund 300 Arbeitsplätze abbauen, was vor allem Angestellte bei Pokerstars betrifft. Zusätzlich sind die Kanadier dabei, das Glücksspielunternehmen einer internen Umstrukturierung zu unterziehen. Wie der „The Malta Independet“ bekannt machte, sollen zudem bereits Mitarbeiter der Verkaufsabteilung nach Dublin sowie Angestellte des Kundenservices nach Bulgarien verlagert worden sein. Dies dürfte ebenfalls der Kostenreduzierung dienen, da die Gehälter in Bulgarien deutlich unter denen liegen dürften, die in Malta gezahlt werden.
Ein Sprecher von The Stars Group verdeutlichte noch einmal die Gründe für den Stellenabbau in Malta: „Angesichts der raschen Veränderungen in der Branche überprüfen wir ständig unsere Kostenbasis. Wir haben beschlossen, einige potenzielle Möglichkeiten zu überprüfen, um unsere Standorte an die globale Wachstumsstrategie anzupassen. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Vorschläge dazu beitragen werden, unsere mittelfristigen Wachstumsziele erreichen und unser langfristiges nachhaltiges Wachstum einzuhalten.“
Auch auf der Isle of Man haben bereits Angestellte von Pokerstars ihre Arbeit verloren
Der Stellenabbau bei Pokerstars sowie die Verlagerung zahlreicher Arbeitsplätze nach Bulgarien und Dublin erfolgte nur rund einen Monat nachdem im südosteuropäischen Land ein neues Büro eröffnet wurde. Neben Malta betraf der Stellenabbau bei Pokerstars ebenfalls die Niederlassung auf der Isel of Man. Hier erfolgte die Bekanntgabe bereits einige Tage vor der neusten Ankündigung in Bezug auf Malta. Anders als jedoch auf der Insel mit den wichtigsten Online Casino Lizenzen, gab The Stars Group den Umfang des Stellenabbaus auf der Isle of Man nicht bekannt. Gleichzeitig mit den vor allem für die Mitarbeiter negativen Nachrichten, machte jedoch der Glücksspielkonzern deutlich, weiterhin seine Präsenz auf beiden Inseln weiterhin aufrechterhalten zu wollen. Anders jedoch als die Isle of Man ist Malta für Pokerstars und den Mutterkonzern The Stars Group unverzichtbar und besitzt deshalb einen gewissen Schutz vor einer womöglichen Schließung in der Zukunft. Vor allem die Online Casino Lizenz für das Pokerstars Casino spielt hier eine wichtige Rolle, welche für die Geschäfte in der Europäischen Union unabdingbar ist.
Wie stark das ehemalige Kerngeschäft rund um Poker für die Stars Group sowie Pokerstars an Bedeutung verloren hat, zeigten die letzten Quartalszahlen deutlich. Mittlerweile haben erstmals die Sportwetten sowie das Geschäft mit Online Casino Spielen beim Umsatz Poker überholt. Die Zukunft des kanadischen Glücksspielunternehmens dürfte deshalb klar im Pokerstars Casino sowie in der erst 2018 übernommen Firma Sky Betting & Gaming liegen. Microgaming verkündete bereits sein ehrwürdiges Pokernetzwerk 2020 zu schließen. Ob Pokerstars bei den immer weiter sinkenden Umsätzen in diesem Bereich noch in 5 oder 10 Jahren den Hauptfokus weiterhin auf das Kartenspiel legen wird, ist mittlerweile mehr als fraglich.





























