MGA Mindest-RTP Spielautomaten 85 Prozent

Mit einer Absenkung vom Mindest-RTP an Spielautomaten auf 85 Prozent ermöglicht die MGA ihren Lizenznehmern in Zukunft mehr Flexibilität. (Bildquelle: pexels by skitterphoto)

Bislang konnten Kunden in den Online Casinos mit Lizenz aus Malta sicher sein, an den Spielautomaten mindestens einen RTP von 92 Prozent vorzufinden, auch wenn dieser sogar oftmals noch höher ausfiel. Nun wird sich dies jedoch ändern, denn die MGA hat nach einer Konsultation mit Spielautomatenherstellern und Betreibern von Online Casinos beschlossen, den Mindest-RTP von Spielautomaten auf nur noch 85 Prozent abzusenken. Damit entspricht diese Untergrenze dem Minimum im terrestrischen Glücksspiel in den Spielhallen und Spielbanken in Malta. Hintergrund für diese Angleichung des Online-Glücksspiels dürfte jedoch weniger eine angestrebte Gleichstellung auf der Insel sein, sondern vielmehr an der geplanten Einsatzsteuer für virtuelle Automatenspiele in Deutschland liegen.

Senkt die MGA ihren Mindest-RTP an Spielautomaten auf 85 Prozent wegen Deutschland

Bei der jetzt verkündeten Entscheidung der MGA, den für Lizenznehmer vorgeschriebenen Mindest-RTP von zuvor 92 Prozent auf nun 85 Prozent abzusenken, kommt das Wort Deutschland kein einziges Mal vor. Trotz dessen dürfte die Bundesrepublik der Hauptgrund für die jetzt getroffene Entscheidung darstellen. Ab dem 1. Juli wird der neue Glücksspielstaatsvertrag gelten, der erstmals Online Casinos nach nationalem Recht legalisiert und im Zuge dessen Konzessionen an Betreiber vergeben werden. Allerdings startet der Vergabeprozess für diese Lizenzen ebenso frühestens Anfang Juli, weshalb wohl die ersten Konzessionen erst Monate später ausgehändigt werden. In dieser Übergangsphase sind somit die Betreiber von Online Casinos weiterhin auf die Lizenz aus Malta angewiesen, wenn sie in Deutschland Spielautomaten und Poker anbieten wollen. Hierbei gibt es jedoch nun das Problem, dass ebenfalls in der Bundesrepublik das Rennwett- und Lotteriegesetz geändert werden soll, um hierüber die Besteuerung der neuen, legalen Glücksspielgenre im Internet zu regeln.

Obwohl die Besteuerung auf Einsätze an virtuellen Spielautomaten und Poker von 5,3 Prozent noch nicht im Bundestag beschlossen wurde, ist jedoch von einer baldigen Annahme des geänderten Gesetzes auszugehen. Dies führt zu einer äußerst ungünstigen Situation. Eine in Europa unübliche Steuer auf Einsätze gegenüber der gängigen Praxis der Besteuerung von Bruttospielerträgen ist fiskalisch deutlich höher, weshalb die bisherigen RTP’s zu Verlusten für die Betreiber führen würden. Online Casinos mit Lizenz aus Malta, die weiterhin gezwungen wären einen Mindest-RTP deutlich über den neuen 85 Prozent auf Spielautomaten anzubieten, hätten somit in Deutschland ein großes Problem. Entweder sie würden bis zur erteilten bundesdeutschen Lizenz horrende Verluste hinnehmen oder erst den Markt betreten, wenn die Konzession vorliegt. Hierbei würden jedoch sinkende Marktanteilen die Folge sein.

Nach den Änderungsplänen für das Rennwett- und Lotteriegesetz wird in Zukunft auf jeden Spin an einem virtuellen Automatenspiel sofort eine Einsatzsteuer in Höhe von 5,3 Prozent fällig. Dies geschieht völlig unabhängig davon, ob der Kunden mit diesem Dreh nun gewinnt oder verliert. Zugleich reduziert die Einsatzsteuer den eingesetzten Betrag des Kunden sofort um 5,3 Prozent, was bei einem maximalen Einsatz von einem Euro gleich 5,3 Cent bedeutet. Aus diesem Grund würden RTP’s von beispielsweise heute üblichen 96 Prozent immer zu Verlusten für den Betreiber führen, weshalb zwangsläufig die Auszahlungsquote in Deutschland aus wirtschaftlichen Gründen gesenkt werden muss.

Die Entscheidung wird in ganz Europa spürbar sein

In ihrem Schreiben verweist die MGA, die Malta Gaming Authority, bei der Absenkung vom bislang gültigen Mindest-RTP auf nun 85 Prozent an Spielautomaten im Internet auf die bisherige Ungleichbehandlung zum terrestrischen Glücksspielsektor. Während hier schon immer 85 Prozent galten, mussten Online Casinos mit Lizenz aus Malta bisher mindestens 92 Prozent zurück an die Kunden ausschütten. Dass diese nun erfolgte Gleichstellung nicht den wirklichen Hauptgrund für die Änderung von Absatz 22 in der Player Protection Directive darstellt, wird schnell bei einem genaueren Blick in das Dokument mit der Begründung klar. Hier erklärt die MGA, dass der Entscheidung zur Absenkung des Mindest-RTP auf 85 Prozent bei Spielautomaten eine Konsultation von Spielautomatenherstellern und Online Casino Betreibern vorausging. Diese wünschten sich vor dem Hintergrund der kommenden Legalisierung in Deutschland deutlich flexiblere Möglichkeiten bei der Ausschüttungsquote. Hierdurch können Betreiber sich besser an lokale Vorschriften anpassen und dabei gleichzeitig wirtschaftlich bleiben.

Gleichzeitig halten sie jedoch den Einfluss der nun erfolgten Änderung auf ganz Europa zwar für gering, aber immer noch spürbar. Da kaum ein durch die MGA untersuchtes Land überhaupt Regeln zum Return to Player-Wert vorgibt, wird die Absenkung des Mindest-RTP auf 85 Prozent an Spielautomaten hier zu unterschiedlichen Strategien führen. Einige Anbieter könnten beispielsweise ihre Auszahlungsquoten zugunsten besserer Angebote beim Casino Bonus oder anderweitigen Promotions nutzen, um Kunden von ihrem Angebot zu überzeugen. Dass jedoch alle Betreiber nach und nach ihre RTP’s nach unten korrigieren, ist eher unwahrscheinlich, da der harte Wettbewerb um Kunden kaum die ganze Branche in diese Richtung bewegen dürfte. Immerhin stellt eine hohe Auszahlungsquote einen der wichtigsten Faktoren für die Kunden bei der Auswahl eines Online Casinos dar.

Gegenüber der MGA haben bereits viele Anbieter und Hersteller klargestellt, dass wohl kaum alle bislang existierende Spielautomaten für eine Absenkung des Mindest-RTP auf 85 Prozent infrage kommen. Jeder so veränderte Slot müsste dann nämlich erneut zertifiziert werden, was nicht nur jede Menge Geld kostet, sondern mehrere Wochen dauern kann. Vielmehr werden wohl vor allem zugkräftige Automatenspiele mit einem niedrigeren RTP für spezielle Märkte wie Deutschland als Ersatzvariante abgeändert oder für diese Länder gleich ganz neue Slots mit angepasster Spielmechanik entwickelt. Dass sich langfristig jedoch europaweit der durchschnittliche RTP an Spielautomaten aufgrund der Besteuerung in Deutschland etwas nach unten bewegt, kann allerdings nach der Entscheidung der MGA nicht ganz ausgeschlossen werden.

Hier finden Sie bereits die Neufassung der Player Protection Directive der MGA mit dem neuen Mindest-RTP für Spielautomaten in Höhe von 85 Prozent!

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