
Screenshot: entri-id.com
Der große Zock am Spielautomaten in den tausenden Glücksspieltempeln in Deutschland ist stark in Verruf geraten. Kaum ein Tag vergeht in dem vonseiten der Politik nicht der ehrbare Feldzug gegen die Spielsucht proklamiert wird. Spielotheken, Online Casinos, Sportwetten und andere Formen von Glücksspielen müssen gnadenlos eingedämmt werden, so lautet momentan die Devise. Dabei folgt dieser Kreuzzug gegen die Spielstätten der Logik, dass ein vermindertes Angebot gleichzeitig zu Abnahme der Nachfrage führen wird. Zwar haben bereits andere Beispiele in der Geschichte, wie die Prohibition des Alkohols, gezeigt, dass dies keineswegs zu einer Reduzierung führt. Die einzigen die hiervon tatsächlich profitieren sind illegale Anbieter, was zu einem starken anwachsen des Schwarzmarktes führen wird. Außerdem ist dieser Kampf gegen die Spielsucht von der Politik wohl eher vorgeschoben, denn Spielbanken, die sich zumeist in den Händen der Bundesländer befinden, sind nie Bestandteil dieser Diskussion. Ebenso bleibt das gute, alte Lotto bei diesem Thema immer schön unberührt. Daraus folgt, dass Politiker die Gefahr der Spielsucht nur bei privaten Anbietern verorten, aber bei den eigenen Angeboten alles bestens ist. Diesem Trend will sich nun eine neue Glücksspiel-Allianz mit Namen Game Check Germany entgegenstellen. Unter der Führung des Berliner Unternehmens entri GmbH soll diese neue Plattform, nach eigenen Aussagen, zu einem globalen, bundesweiten Glücksspiel-Netzwerk heranwachsen. Zu den Zielen gehört die Vernetzung der Betreiber von Lotterien, Spielhallen, Automatenaufsteller, Wettanbieter und Casinos unter einem Dach. Hierüber soll erreicht werden, der gesamten Branche bei Verhandlungen mit der Politik, eine stärkere Stimme zu geben. Zudem ist es mehr als sinnvoll, bestehende gemeinsame Interessen im Miteinander zu koordinieren, als weiterhin zuerst gegeneinander zu arbeiten. Gleichzeitig soll mit neuen Technologien für Zutrittssysteme, das eigene, angeschlagene Image wieder aufpoliert werden.
Ob all diese Maßnahmen und Qualitätsstandards der Branche helfen werden, ist mehr als fraglich. Zu stark sind die Interessen der meisten Länder am bestehen des staatlichen Glücksspielmonopols. Trotz der mehrfach erhalten Rügen aus Brüssel und der Androhung eines Vertragsverletzungsverfahrens seitens der EU, hat sich bis heute nichts grundlegendes geändert.
Endlich Schluss mit tausen unterschiedlichen Systemen
Um dem fadenscheinigen Argument des mangelnden Schutzes der Zocker vor der Spielsucht den Wind aus den Segeln zu nehmen, eignet sich nichts besser, als ein starker Fokus auf das Thema „Sicheres Spielen“. Im Moment haben viele Spielstätten immer noch mit dem Problem zu kämpfen, dass exakte Kontrollen der Kunden in den Etablissements sehr viel Zeit des Personals binden. Denn nicht nur das Alter der betreffenden Zocker muss zweifelsfrei festgestellt werden, sondern zudem muss ebenfalls klar sein, ob ein Sperre gegen den betreffenden Kunden vorliegt. Dies ist vor allem für kleinere Betreiber nicht immer leicht. Es ist ein schwierigen Balanceakt, zwischen dem Erheben von persönlichen Informationen und dem Datenschutz das gesunde Mittelmaß zu finden. Außerdem kommt erschwerend hinzu, dass bis auf Hessen kaum ein anderes Bundesland ein einheitliche Sperrsystem betreibt. Dadurch wissen die einen Betreiber von Spielotheken nicht, ob sich ein Zocker womöglich zuvor bereits bei einem anderen Spielautomatencasino hat sperren lassen oder nicht. All dies führt zu einem äußerst löchrigen Schutzsystem, dem die neue Glücksspiel-Allianz Game Check Germany entgegentreten möchte.
Seit einigen Monaten betreibt der deutsche Glücksspielkonzern Gauselmann ebenfalls ein biometrisches Zutrittssystem mit Namen Face-Check. In Zukunft sollen sämtliche Casino Merkur-Spielotheken mit diesem ausgestattet und die Sicherheit dadurch deutlich erhöht werden.
So sicher wie nötig und so einfach wie möglich
Die neuen Zauberworte der Branche, um das negative Image ein wenig aufzupolieren, lauten automatische Erkennung und automatisierter Zutritt. Diese neuen technologischen Ansätze sollen gleich mehrere Vorteile für die Betreiber von Spielotheken oder Wettshops miteinander vereinen. Zum einen soll es den personellen und zeitlichen Aufwand minimieren und zum anderen dabei ein Höchstmaß an Sicherheit bei der Erkennung bieten. Dafür bietet die entri GmbH aus Berlin gleich mehrere Instrumente an, die allen Mitglieder der Glücksspiel-Allianz ohne Lizenzkosten zur Verfügung stehen wird. Für Spielhallen und Gaststätten mit Spielautomaten sowie Spielbanken wäre dies playid und für die stationären Wettbüros tipid. Mit beiden Systemen können die Daten der Spieler einfach erfasst werden und zudem mit den Partner im neuen Glücksspiel-Netzwerk geteilt werden. Dadurch sind sämtliche Etablissements immer auf dem neusten Stand an Informationen über gesperrte Zocker. Ein weiter Vorteil besteht darin, dass ebenfalls die Daten von behördlichen Sperrsystemen, wie dem OASIS aus Hessen, abgefragt werden können. Um den Zutritt zu einer Spielhalle oder einem Wettbüro weiter zu vereinfachen, können playid und tipid mit Facetrakk ausgerüstet werden. Hier sorgt ein vollautomatisches Schranken- oder Drehtürsystem mit biometrischer Gesichtserkennung für Sicherheit. Um als Spieler nicht mehr einen Ausweis vorlegen zu müssen, reicht von nun an eine einmalige Registrierung bei einem Betreiber der Mitglied von Game Check Germany ist. Sofern der betreffende Zocker der Erhebung seiner biometrischen Daten zustimmt, kann er nun in jeder Spielhalle mit dem neuen System problemlos Zutritt erhalten. Gleichzeitig ist Facetrakk mit einer recht zuverlässigen Alterserkennung ausgestattet und siebt fast alle Personen unter 25 Jahren aus. Diese müssen sich dann von einem Mitarbeiter einmal verifizieren lassen, bevor das System sie in Zukunft automatisch erkennt.
Für alle Teilnehmer der neuen Glücksspiel-Allianz Game Check Germany hält die Mitgliedschaft weitere Vorteile bereit. Es fallen keinerlei Lizenzgebühren für die Nutzung sämtlicher Systeme wie tipid, playid oder dem Facetrakk an. Eine gemeinsame Datenbank sorgt für noch mehr Sicherheit, da sich nicht nur standort-, sondern zugleich ebenfalls unternehmensübergreifend ist. Zusätzlich ergeben sich durch das Netzwerk Einsparungen bei der Anschaffung.
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