Strafe für das Casumo Casino

Sagen wir es mit den Worten von Andrea Nahles – das Casumo Casino hat in die Fresse bekommen.

Einer der wichtigsten Punkte, die von Gegnern von Online Casinos gerade in Deutschland immer wieder gern vorgebracht werden, ist der angeblich mangelnde Spielerschutz. Dieser Vorwurf ist sicherlich nicht einfach aus der Luft gegriffen, allerdings wäre es eben gerade die Aufgabe der Politik die virtuellen Spielhallen zu regulieren. Hierdurch könnten endlich die erforderlichen Maßnahmen zum Wohle der Verbraucher bei diesem so sensiblen Thema aufgestellt, anschließend überwacht und bei Verstößen am Ende sogar mit Strafen sanktioniert werden. Wie wunderbar dies funktioniert, zeigt immer wieder Großbritannien mit seiner Aufsichtsbehörde UGKC, der UK Gambling Commission, die mit immer härterer Gangart die Online Casinos zum Spielerschutz erzieht. Prominentestes, neues Beispiel ist das bekannte Casumo Casino, welches nun insgesamt umgerechnet 6,6 Millionen Euro Strafe zahlen muss und zudem eine Verwarnung durch die UKGC ausgesprochen bekam.

Das Casumo Casino unternahm zu wenig gegen Geldwäsche und hatte einen schlechten Spielerschutz

Seit ungefähr anderthalb Jahren bereits untersucht die UGKC in Großbritannien diverse Betreiber von Online Casino, bei denen der Verdacht aufgekommen ist, sie würden Geldwäsche und Spielerschutz zu lax behandeln. Dabei dreht sich immer wieder alles um einige wichtige Punkte, wie der nicht klaren Zurückverfolgung der Gelder von Kunden oder die mangelhafte Erkennung von problematischem Spielverhalten, welche auf eine Spielsucht hindeuten könnte. In beiden Bereichen hat das Casumo Casino anscheinend in der Vergangenheit versagt und musste deshalb nun umgerechnet rund 6,6 Millionen Euro an Strafe zahlen und erhielt zusätzlich noch eine Verwarnung obendrauf, die vom Betreiber nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

Die UKGC fand bei einer Überprüfung des Casumo Casino heraus, dass deren Maßnahmen gegen Geldwäsche in der Vergangenheit mangelhaft waren. So gab es beispielsweise keine interne Risikobewertung von Kunden und deren eingezahlte Gelder, genau wie es ebenso keine vollständigen Aufzeichnungen von Belegen der Kunden und deren Geschäftsbeziehung mit dem Casumo Casino gab. Des weiteren warf die UKGC dem Betreiber vor, dass betreffende Mitarbeiter nicht im Bereich der Verhinderung von Geldwäsche geschult wurden. Ebenfalls negativ beurteilt wurde das Fehlen einer laufenden Überwachung der Kundenkonten. Dadurch konnte beispielsweise das Casumo Casino bei zwei Spielern nicht sagen, ob die eingezahlten Gelder sauber waren. Neben zahlreichen Verstößen gegen Geldwäsche, stach auch das Verhalten mit der Spielsucht negativ hervor. So fand die UKGC gleich drei Kunden in diesem Casino, die deutliche Anzeichen einer potenziellen Spielsucht aufwiesen. Bei allen Drei hatte es der Betreiber unterlassen, mit diesen in Kontakt zu treten. Mittlerweile nach Bekanntwerden der heftigen Strafe in Höhe von 6,6 Millionen Euro, hat das Casumo Casino bereits angefangen, die gefundenen Missstände zu beseitigen. So wurde bereits ein eigenes Team innerhalb des Unternehmens für den Bereich Spielerschutz geschaffen und in Zukunft wird die Verantwortung den Kunden gegenüber im Zentrum der Geschäftsstrategie stehen.

Das Casumo Casino ist nicht der erste große Online Casino Betreiber, der in den letzten Monaten wegen mangelnder Vorsorge bei der Geldwäsche und beim Spielerschutz kräftig zur Kasse gebeten wird. So traf es bereits Ende vergangenen Jahres das 888casino mit einer Strafe in Höhe von rund 8,8 Millionen Euro und in diesem Februar das William Hill Casino mit einer Buße von umgerechnet 7 Millionen Euro.

Neben dem Casumo Casino traf es auch Videoslots

Die Liste der abgestraften Online Casinos in Großbritannien durch die Aufsichtsbehörde UKGC wird immer länger. Nachdem bereits große Namen wie das 888casino, das William Hill Casino, das 32Red Casino und nun ebenso das Casumo Casino mit millionenschweren Bußgeldern belegt wurden, traf es außerdem noch Videoslots. Allerdings, aufgrund von Beginn an sehr transparenter Zusammenarbeit mit der UKGC, kam der Betreiber mit einer Strafe in Höhe von umgerechnet 1,1 Millionen Euro recht glimpflich davon. Videoslots Maßnahmen gegen die Geldwäsche, eine gründliche Überprüfung eines Spielkontos, wenn in 24 Stunden mehr als 2.000 Pfund eingezahlt werden, hielt die Glücksspielaufsicht für unzureichend. Vielmehr müsste der Betreiber sämtliche Kunden ohne Unterschiede in diesem Bereich gleichwertig überwachen. Warum die selbst eingerichteten Tools und Prozesse gegen Geldwäsche nicht ausreichten, dokumentierte die UKGC an Beispielen. So gelang es einem Kunden mit einem gefälschten Führerschein, nachdem er beim automatischen Registrierungsprozess scheiterte, trotzdem auf Videoslots zu zocken. Geld zahlte er über betrügerische Bankkarten ein und dies zum Teil in Höhe von 6.000 Pfund an nur einem Tag, was ebenfalls keine Alarmglocken bei Videoslots klingeln ließ. Insgesamt beläuft sich der eingezahlte Gesamtbetrag, der vermutlich aus Straftaten stammt, auf mehr als 17.000 Pfund.

Neben den Verstößen gegen Richtlinien zur Geldwäsche, hatte die UKGC ebenfalls an Videoslots so einiges beim Spielerschutz zu kritisieren und brachte auch hier ein passendes Beispiel. So konnte ein Kunde zwischen dem 1. April 2016 und dem 1. Januar 2017 unglaubliche 412.000 Pfund einzahlen und kräftig spielen, ohne dass eine Interaktion mit dem Spieler stattfand. Schlussendlich sperrte sich der betreffende Kunde selbst. Abseits dessen fand die UKGC zusätzlich noch heraus, dass der zuständige Mitarbeiter für den Spielerschutz bei Videoslots rund 11 Monate über keine Lizenz Glücksspielaufsicht verfügte. Ebenfalls unterließ es der Betreiber, die UK Gambling Commission über den Wechsel des Verantwortlichen zu informieren. Diese Konzession und die Bestimmung eines Ansprechpartners sind jedoch zwingend vorgeschrieben und so wurden diese Versäumnisse deshalb entsprechend geahndet. Auch in diesem Fall hat Videoslots Besserung gelobt und bereits teilweise Maßnahmen im Sinne der UKGC eingeleitet, um den Spielerschutz sowie die Überwachung von Geldern deutlich zu stärken.

Neben den beiden Online Casinos Casumo und Videoslots, die auch in Deutschland recht bekannt sind, traf es als letzten Betreiber noch Daub Alderney Ltd, ein Anbieter, der vor allem auf Bingo im Internet setzt. Dieser wurde ebenfalls wegen Verstößen gegen Richtlinien zur Geldwäsche sowie mangelnden Spielerschutz zu einer Strafe in Höhe von umgerechnet rund 8 Millionen Euro verurteilt. Gleichzeitig erklärte die UKGC durch CEO Neil McArthur, dass andere Betreiber sich diese Fälle genau anschauen und ihre eigenen Maßnahmen bewerten sollten, ob diese tatsächlich in Zukunft ausreichend sind.